Vielseitig einsetzbar: Chloë Sevigny

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Vielseitig und multipel: Chloë Sevigny für Opening Ceremony, FW 13/14.

Es gibt wenige Ausdrücke, die ich, wenn sie in übertragenem Sinn gebraucht werden, so blöd finde wie „One-Stop-Shop“, auch wenn das Konzept der Vielseitigkeit und des Alles-an-einem-Ort-Vorfindens freilich besonders beliebt ist. Sei’s aber drum, denn Chloë (ich liebe die Mac-Tastatur übrigens dafür, dass sie mir ganz unkompliziert ein Trema übers „e“ spuckt, das sei hier auch mal erwähnt) Sevigny erweist sich im Mode-Werbe-Modelkontext, hier in New York, als eben so ein One-Stop-Shop für die Marke Opening Ceremony: sie designt, sie modelt, sie macht Werbung.

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Die gute Chloë also, Modemenschen etwa auch als Miu-Miu-Testimonial nicht unbekannt, durfte wieder einmal ran (sie hat nicht zum ersten Mal für das Label entworfen) – vor ein paar Tagen wurde ihre Herbst-Winter-Kollektion präsentiert. Von der inflationären Ausweitung des Begriffs „Creative Director“ war hier vor Kurzem ja schon die Rede, das Sevignysche Engagement für die New Yorker Kultmarke fällt ja wenigstens irgendwie in diese Kategorie.

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CS in einer eingeschränkteren Rolle, hier „nur“ die Werbeträgerin von Miu Miu.

Bleibt mir nur noch hinzuzufügen, dass ich weiterhin die Arbeit von Humberto Leon und Carol Lim (die beiden stehen hinter „Opening Ceremony“ als Concept-Store mit angehängter Modemarke)  für überbewertet halte, auch wenn mittlerweile der gesamte Modezirkus Lobeshymnen auf ihre frischen Impulse für Kenzo singt. Nun ja. Manchmal hat man eben eine andere Meinung. Und Meinungen sind ja auch nicht in Stein gemeißelt. Wenigstens, wenn sie die Ästhetik einer Modemarke betreffen, nicht wahr?

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Yoko? Oh no!


Hm. Wie sag ich’s bloß? Also, eingangs halte ich einmal fest: Über Geschmack lässt sich nicht streiten (das ist nicht ganz originell, stimmt aber – die Franzosen sind ja noch blumiger [no-na] und sagen gleich: Über Geschmäcker und über Farben streitet man nicht. Jawohl!). Und: Eine jede Schachtel findet ihren Deckel, somit auch viele Konsumgüter potentielle Abnehmer. Und die Yoko Ono ist ja eine Künstlerin, da darf sie sich schon was leisten, so ästhetisch und progressiv.

Darum hat sie jetzt Männermode gemacht (also, „darum“ ist eigentlich falsch, aber das ist in diesem Kontext jetzt schon eher wurscht). Einladen tat sie (schon wieder was Falsches, man sieht schon – ich formuliere unglücklich, heute) das New Yorker Label „Opening Ceremony“. Die Betreiber entwerfen übrigens gerade unglaublich gehypte und meiner Meinung nach auch recht scheußliche Mode für Kenzo – Kenzo hat ja auch was mit Japan zu tun, also hat-te.

Und, ähm, ach ja, die Mode von Yoko. Vielleicht gefällt’s ja wem. Praktisch ist in jedem Fall auch hier der „Fashion Film“ (schicker für „Video“), der schaut nämlich nach einer Mischung aus La Linea und Keith Haring aus – und ist zwar auch nicht schön, aber immerhin wenigstens, nun ja, abstrakt.

Tja, ach ja, und dann eben noch… – die Mode. Nun ja. Ja, nicht? Das hat ja schon, also, da ist schon was dran, irgendwie, also so rein inhaltlich gesehen. Sonst ja eher weniger. Oder wie?

Ein ideales Weihnachtsgeschenk für den stilbewussten Mann.
Ob Krawattenersatz für Vati oder Christbaumschmuck, passt immer!

Eine andere japanische Künstlerin hat 2012 übrigens auch schon Mode gemacht. Die Louis-Vuitton-Kollektion von Yayoi Kusama war aber nachgerade ein Balsam für die Netzhaut, im Vergleich.