Historisch wertvoll

Marco Zanini für Elsa Schiaparelli (mit Place-Vendôme-Dekor)
Marco Zanini für Elsa Schiaparelli (mit Place-Vendôme-Dekor)

Im Herbst kommt neue Mode in die Geschäfte, man erfährt, was kommenden Frühling „angesagt“ sein wird (wobei: angesagt ist heutzutage immer alles, „mix and match“-Eklektizismus nennt man das), und außerdem finden traditionellerweise auch Designerrochaden statt.

In Paris wurde das Gerücht laut, dass Marc Jacobs sich von Louis Vuitton zurückziehen könnte (das wäre natürlich was), Alessandro dell’Acqua wurde zu Rochas geholt, und sein Vorgänger, Marco Zanini, hat Rochas in Richtung Schiaparelli verlassen.

Das ist ja mal nicht uninteressant (warum, darüber habe ich mich hier ein bisschen ausgelassen). Auf Twitter hat jemand den Kommentar hinterlassen „hope he does not fuck round with her epic legacy“ – diese (kühn formulierte) Hoffnung teile ich natürlich. Und bin ganz zuversichtlich.

Ganz so kostümhaft wie die Haute-Couture-Kollektion von Christian Lacroix zuletzt wird Zaninis Vision für Schiaparelli aber wohl nicht sein, schon allein, weil Diego della Valle, nehme ich jetzt und hier einfach mal an, bestimmt auch gern das eine oder andere Kleidchen (Täschchen, Schühchen…) veräußern würde. Reste à voir…

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Karl oder Katie?

Lange hat der „ultimative Clash“ von Designern und Stylisten in Auftragnehmerdingen ja nicht auf sich warten lassen, werden doch die prominentesten Vertreter beider Berufsgruppen längst schon als kreative Köpfe von großen Modemarken für das Erstellen von lieb gewonnenen und immer noch irgendwie unübersetzbaren „Capsule Collections“ herangezogen. (Kapselkollektion? Sicher nicht! Vielleicht gibt es ja ein andermal Gelegenheit, diese spannende Frage näher zu besehen.)

Jedenfalls lud Diego della Valle unlängst die Stylistenberühmtheit Katie Grand ein, ein paar Modelle für seinen Streetwear-Spinoff „Hogan“ zu entwerfen, und wir sehen auf den ersten Blick: Das zuletzt allgegenwärtige Modell „Sneaker mit integriertem Keilabsatz“ kommt auch hier zu Ehren. Wie gefällt uns aber im Vergleich ein Modell aus Karl Lagerfelds erster „Hogan by Karl Lagerfeld“-Kollektion (die Kooperation startete 2010)?

Sagen wir einmal, ein bisschen vorsichtig, in beiden Fällen macht sich der Innovationsgrad recht bescheiden aus, aber das Rad muss ja auch nicht ständig neu erfunden werden.