Duftendes Detail

Eine duftende Nebenrolle spielt in "The Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson der Duft "Air de Panache".
Eine duftende Nebenrolle spielt in „The Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson der Duft „Air de Panache“.

Alle Achtung, Wes Anderson! Nun mag man ein Freund seiner Ausstattungsorgien sein oder nicht, in jedem Fall vergisst Anderson nicht auf das noch so kleinste Detail. Zum Beispiel einen Duft, mit dem der Concierge Gustave H., gespielt von Ralph Fiennes, sich in seinem Film „The Grand Budapest Hotel“ so charakteristisch umnebelt, dass das Parfum quasi zu seiner Duftmarke wird.

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Besagtes Cologne, „L’Air de Panache“, ließ Wes Anderson nämlich in Zusammenarbeit mit der französischen Vertriebsfirma Nose und dem bekannten Parfumeur Mark Buxton Wirklichkeit werden. „L’Air de Panache“ ist aber leider nicht in den Handel gekommen, auf der Homepage von Nose lässt sich einiges darüber nachlesen.

Und der nicht in den Genuss eines Panache-Flakons gekommene Beobachter kann sich wieder einmal zu überlegen beginnen, ob er nun die Wiedereinführung der bereits wiederholt kläglich gescheiterten Versuche mit Geruchsfernsehen und -kino wünschen würde, oder sicherheitshalber doch nicht.

 

Quietschig dufte

Nostalgia

Unlängst hatte ich zum zweiten Mal Gelegenheit, den – wenigstens auf den ersten Schnüff – ganz und gar außergewöhnlichen Duft „Nostalgia“ von Santa Maria Novella zu testen. Die in Florenz beheimatete, unglaublich traditionsreiche Apotheke mit angehängter Duftstube hat auch diese Komposition hervorgebracht, die ein für alle Mal die Frage beantwortet: Was schenkt man einem Autonarren?

Also: Einem Autonarren offeriere man „Nostalgia“, weil dieser Duft mit dem unvergleichlich typischen Aroma von (im Vorschmelzstadium befindlichen) Gummi (!) eröffnet, man kommt sich direkt vor wie beim Reifenwechseln, oder neben einer mit quietschend bremsenden Autos gespickten Fahrspur.

Was so großartig eröffnet, verwandlet sich innerhalb weniger Minuten in ein relativ konventionell ledriges Parfüm, das noch immer gut riecht – und wer will auch als olfaktorischer Abklatsch eines Autoreifens durch den Tag gehen?

Riecht gut, tut gut

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In meiner (allseits beliebten? ich hoffe doch!) Kolumne „Riechstoff“ im Presse-Schaufenster habe ich unlängst über wohlige Wohlfühldüfte mit nostalgischen Erinnerungsnoten geschrieben. „Bath & Beauty“ von Jil Sander (jetzt wiederaufgelegt im Rahmen einer „The Essentials“ Kollektion) und „White Linen“ von Estée Lauder sind wirklich großmütterlich tröstlich. Zum Originaltext, bitte hier entlang.

 

Duftende Divas

Unlängst habe ich mich in meiner „Riechstoff“-Kolumne über das, ich fand das ganz hübsch betitelt, „Celebrity Fragrance Death Match“ von Madonna und Lady Gaga ausgelassen. Während Madonna sich erstaunlich unverblümt mit einem Omaduft zu ihrer Zugehörigkeit zur Generation der Nichtmehrganzjungen (ich meide freundlicherweise das Unwort „Silver Ager“, um Madonna diverse Infarkte zu erspraren) bekennt, kommt die Queere-Popkultur-Pionierin mit einem unsäglich faden Gebräu daher. Ihre zig Millionen Fans stellen sich nasentaub.

Visualtechnisch mag die, hier von Nick Knight abgelichtete, Lady Gaga die Nase vorn haben (sic!), in Duftdingen aber, und das zählt doch bei einem Parfum, tatsächlich eher nicht…

Der Gerechtigkeit halber durfte in meinem „Riechstoff“ übrigens auch ein süßes Gesüffel von Christina Aguilera eine Rolle spielen – freilich keine wichtige, das wäre nicht zu begründen gewesen.

Wer riecht also besser, und was gibt es sonst noch so zu sagen, über die in diesem Jahr lancierten Duftheuheiten „Truth or Dare“ und „Fame“? Zum Weiterlesen, bitte hier entlang.

Kalt riecht rosa!

So, da hätten wir also das Schlamassel. Einen Duft, der die Möglichkeit des Riech-Checks mangels Verfügbarkeit nicht eröffnet, kann ich ja wohl schlecht in die „So riecht Kalt“-Rubrik einreihen, oder?

Macht ja nix, berichte ich also über das bloße (und an sich schon erwähnenswerte Vorhandensein) von dem brandneuen Duft von Nicki Minaj, „Pink Friday“.

Der Werbespot lässt immerhin schon Übles ahnen, dass die Lizenz von Elizabeth Arden gekauft wurde, heißt leider auch nicht viel. Auf einen Remix von „Red Door“ stelle ich mich sicherheitshalber jedenfalls nicht ein (Klarheit gewünscht? ich mag Red Door sehr!).

Der Flakon ist ja irgendwie ein Medley aus Jean-Paul-Gaultier-Klassikern und, ähm, Barbie!? (Hat Barbie einen Signature Duft? Aber sicher doch.) Ich ahne pure Chemie (okay, das ist so üblich), die sich keineswegs irgendwie verstellen wird wollen.

Wonach riecht Zuckerwatte? Die Schnittmenge dürfte groß sein.

Frau Minaj plant aber vielleicht Großes. Immerhin gibt es eine vollmundig mit „Nicki Minaj Beauty“ überschriebene Homepage. Ich befürchte – trotz Blind- bzw. Anosmietest – in diesem Fall das Schlimmste. Ein Gestank kommt selten allein.

 

So riecht Kalt: Grün wie Gras


Draußen ist es jetzt ja nicht mehr unbedingt besonders GRÜN, und auch drinnen scheitern allmählich alle Versuche, mit zumeist nicht mehr sonderlich üppig sprießenden Zimmerpflanzen noch irgendwie den Winter-Blues abzufangen.

Um wenigstens für „olfaktorische Kompensation“ zu sorgen, habe ich mir in meiner „Riechstoff“-Kolumne angesehen, welche Düfte besonders grün daherkommen.

Mein allen Anfällen saisonaler Depression umfassender Grünmix beinhaltet „Florabotanica“ von Balenciaga, „Amazingreen“ von Comme des Garçons, „Herba Fresca“ von Guerlain, „Nu Green“ von Honoré des Prés, „Fico di Calabria“ von Acqua di Parma und „Jardin en Méditerranée“ von Hermès.

Der ganze Text findet sich hier.