Erdnüsse zu Weihnachten

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Neues Festtagsmenü? Mitnichten. Auch wenn es schon ein bisschen spät ist, um noch allen Ernstes Weihnachtliches einzukaufen (obwohl, es gibt ja immer noch die Menschen, die mindestens ein Jahr Vorlaufzeit einkalkulieren und sich schon für das Fest im 13erjahr rüsten), ist doch das Motiv dieses Christmas-Charity-Tuches so fromm-fröhlich, dass es einen 12-24-Blogpost trefflich zu zieren vermag.

Bei Codello durften nämlich heuer die Peanuts aufmarschieren, für eine Weihnachts-Sonder-Edition. Das (noch immer erhältliche!) Tuch kostet ca. 80 Euro, von denen 15 Euro an die deutsche Krebshilfe gespendet werden.

Merry Christmas, mit oder ohne Erdnuss!

 

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Kontinente ausrollen

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Land Carpet: Europe

So, jetzt ist dann bald einmal Schluss mit dem ganzen Weihnachtsgerede (obwohl ja noch immer nicht Heiliger Abend ist…) – wer von PR-Agenturen mit Aussendungen bedacht wird, ist schon mindestens bei St-Valentin angekommen, wenn nicht, auch das gab es schon, bei Ostern.

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Land Carpet: Africa

Osterputz also, Frühlingserwachen – da dekoriert man ja gerne einmal das Wohnzimmer neu. Deshalb: Wer Lust hat auf großflächige Behübschung und außerdem mit einem Faible für Geographie und Landschaftskunde ausgestattet ist, der wird die „Land Carpets“ des in Peking lebenden, österreichischen Designers und Architekten Florian Pucher lie-ben. Versprochen. Nicht mehr ganz neu (schon 2009 mit dem „Interior Design Award“ von Elle versehen), weiterhin fabulös. Florian Pucher gestaltet diese Teppiche basierend auf Satellitenbildern von Landschaften in Europa, Afrika, den USA, China.

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Somit: ein Vorfrühlingstipp. Und jetzt ab zum Christbaumaufputzen – ah so, nein, ja noch immer nicht …

 

Hedis Kronjuwelen

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No pun intended, of course. Der gute Hedi Slimane jedenfalls, seit nicht so langer Zeit einigermaßen intensiv gescholtener Creative Director von Yves Saint Laurent, pardon: Saint Laurent Paris, legt jetzt eine erste, puristische (natürlich!) Schmuckkollektion vor. Womit ein nahtloses Abholen der einstigen Dior-Homme-Fangemeinde sichergestellt sein dürfte, immerhin firmieren diese Teile als „unisex“ (echte Dior-Homme-Aficionados decken sich wahrscheinlich schon längst mit Vintage-Cowboy-Klamotten ein, um das adäquate Pendant zur ersten Saint-Laurent-Kollektion parat zu haben).

Lifestyle-Medien sprechen übrigens auch hier von einer neuen Ära, da die reduzierten Formen der Slimane-Bijoux wenig bis gar nichts gemein haben mit den Kreationen von Loulou de la Falaise, langjährige Muse Saint Laurents und Designerin der Schmuckkollektionen des Hauses.

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Nun. die Schmuckkollektion hilft immerhin dabei, den neuen Markennamen „Saint Laurent Paris“ zu memorisieren. Verwirrung stiftet ja die Tatsache, dass die Kosmetik-Lizenz von L’Oréal bis auf Weiteres als „YSL – Yves Saint Laurent“ beibehalten wird.

Ach so, ja, und das Gerücht, dass Saint Laurent Paris auch nach „Vienne“ kommt, 2013, hält sich hartnäckig (damit auch PPR seine Spuren in Wien hinterlässt und nicht LVMH allzu eifrig davonprescht?). Das eröffnet natürlich ungeahnte Goldenes-U-Luxusshoppingdimensionen (Achtung, #ironie).

Mit Ach und Krach

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Die aktuelle Ausgabe des österreichischen Kunstmagazins Spike Art Quarterly, geleitet von der Künstlerin Rita Vitorelli, ist soeben erschienen. Ich könnte jetzt irgendwas von Feiertagslektüre daherschwafeln, das lasse ich aber bleiben, weil man ja nicht nur über die Feiertage zu guten Magazinen und/oder Büchern greift, gell… Wo war ich aber…?

Ah ja, also das Spike Art Quarterly widmet sich mit seiner Coverstory der Arbeit des amerikanischen Künstlers Brian Calvin, der über „Ach und Krach der Kollaboration“ spricht – gemeint ist seine Zusammenarbeit (man hätte eben auch „Kooperation“ schreiben können und so das nicht so schöne „Kollaboration“ vermieden, aber das ist eine andere Geschichte) mit Raf Simons für dessen Herren-Kollektion F/S 2013. Das ist insofern interessant, als die andere Seite schon in einem Interview von Simons mit Dazed & Confused aufgezeigt wurde.

Also bitte: Feiertagsunddarüberhinaus-Magazinlektüre sichern.

 

Das Keksi trägt Prada

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Prada F/S 2012 „fashion gingerbread“, courtesy of Pattern People

Unlängst war ich auf der Suche nach fashionabler Weihnachtsbäckerei zu Bebilderungszwecken und bin so auf die Homepage der Pattern People gestoßen: Dabei handelt es sich um ein in Oregon ansässiges Designstudio, gegründet von Claudia Brown und Jessie Whipple Vickery, die sich in erster Linie auf Mustermacherei spezialisiert haben und durchaus in der Mary Katrantzou/Peter Pilotto-Liga mitspielen. Vor zwei Jahren haben die beiden eine ganze Serie von modeinspirierten Lebkuchenweiblein gebacken, wobei meine Vorliebe ja der Pradaversion gilt. Man könnte ja fast auf die Idee kommen, zuhause selbst die aktuellen Winterkollektionen nachzubacken (oder sogar total verwegenerweise Sommerkekse zu dekorieren), was immerhin eine recht kostengünstige Alternative zu Shopping-Ausflügen wäre.

 

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Sagen wir einmal, die Frist für termingerechte Auslieferbarkeit von Onlinebestellungen, die noch unter dem Weihnachtsbaum zu liegen kommen sollen, dürfte verstrichen sein. Aber man kann sich ja auch selbst eine Freude machen und in Kunst und abverkaufsresistente Mode zugleich investieren: Dieser schrecklich-schöne Sweater nämlich mit dem Gar-nicht-mal-so-entzückenden-Kätzchen ist eine Kunstedition, die das monopol-Magazin um 199 Euro anbietet. Gut investiertes Geld, wenn man auf Achtzigerjahre-Fantasy-Poster steht, zum Beispiel, oder eben auf die Kunst von Martin Eder, der hierfür verantwortlich zeichnet.

Ein Tipp im Sinne des Werterhaltes: Kalte Handwäsche tut’s auch.

 

Schuhfetisch

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Diese Schuhmodelle hören auf so schöne Namen wie Zoya, Ramona oder Daphne.
Bitte immer mit dem Vorsatz „Queen“ zu versehen.

Bis auf weiteres habe ich ja keinen klinisch attestierten Schuhfetisch. Und in Ermangelung des notwendigen Mutes, der zwar Thomas Kirchgrabner, mich aber nicht, beseelt, trage ich vorerst auch keine Damenschuhe. So bin ich, scheint es, vor dem Dünkel des Schuhfetischismus auch gefeit. Ganz anders verhielte es sich aber, trüge ich ausgefallenes Schuhwerk für Damen.

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Das alles wegen…? Wegen der Schuhe von Bernd Serafin Thaler, „of course“. Diesen höchst talentierten jungen Mann verfolge ich schon seit Auftauchen erster – zumeist höchst wagemutiger – Kreationen in einigen freien Editorials vor zwei Jahren, einmal habe ich auch schon kurz mit ihm für einen Artikel über Accessoiredesign gesprochen.

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Alle Bilder von Luise Reichert, courtesy of B. S. Thaler.

Jetzt jedenfalls, bei der Suche nach Hübschheiten, die zur Weltuntergangsstimmung passen könnten, bin ich wieder auf Schuhe von Bernd gestoßen, und ich denke – Modeexzentrikerinnen könnten sich gut und gerne ein paar Schuhe von ihm auf den Rist (oder wie man sagt?) schneidern lassen.

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Anfragen für alle Sonderwünsche richte man an den jungen Herren über seine Facebook-Fanpage.

 

 

Riecht gut, tut gut

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In meiner (allseits beliebten? ich hoffe doch!) Kolumne „Riechstoff“ im Presse-Schaufenster habe ich unlängst über wohlige Wohlfühldüfte mit nostalgischen Erinnerungsnoten geschrieben. „Bath & Beauty“ von Jil Sander (jetzt wiederaufgelegt im Rahmen einer „The Essentials“ Kollektion) und „White Linen“ von Estée Lauder sind wirklich großmütterlich tröstlich. Zum Originaltext, bitte hier entlang.

 

Ein Zuckerlhimmel

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2008 kooperierte die Confiserie Altmann & Kühne mit Megumi Ito (Foto: Katharina Gossow)

Ich sollte wohl vorausschicken: nicht nur ein Zuckerlhimmel, sondern noch viel mehr Zuckriges und Himmlisches gibt es seit ein paar Tagen im Wiener MAK, dem Museum für Angewandte Kunst, zu sehen. Die Ausstellung „WerkStadt Vienna – Design Engaging the City“ zeigt verschiedene Designpositionen, die im Rahmen der „Passionswege“ der Vienna Design Week entstanden sind.

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Ein Rendering der Ausstellungsarchitektur des Studio Makkink & Bey.

Der in Wien umtriebige und Design-affine Menscht wird hier nicht unbedingt das Gefühl haben, dass es sich um noch nie gesehene Exponate handelt – das stimmt ja aber auch. Die Ausstellung versammelt gewissermaßen ein Best-Of der „Passionswege“, gegenübergestellt mit Stücken aus der MAK-Schausammlung. Ähnliches ist mit den durchaus vergleichbaren „Wien Products Collections“ – da wie dort arbeiten Traditionsbetriebe mit jungen Designern zusammen – in diesem Herbst ja schon geschehen. Die kompakte Überschau in einer klar-skandinavisch anmutenden Ausstellungsarchitektur des Studio Makkink & Bey aus Rotterdam ist aber jedenfalls sehenswert.

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2007 kooperierten DANKLHAMPEL mit Wäscheflott.

Am Rande der Eröffnung erhielt ich dann noch einmal bestätigt, was ohnehin schon offiziell ist: Im Frühjahr 2013 wird eine Ausgabe von Domus für den deutschsprachigen Raum starten, verlegt von Alexander Geringer/ahead media. Che eccitazione !

 

Mode und Müll

Screenshot Sustainability Report 2011 Cover

Vor wenigen Tagen wurde von der „Sustainable Strategy“-Abteilung des schwedischen Textilgiganten H & M mitgeteilt, dass man ab Frühjahr 2013 auf eine neue Nachhaltigkeitsstrategie setzt: Ab Februar können in „ausgesuchten Filialen“ Altkleider abgegeben werden; pro Altkleidersack gibt es außerdem einen Shopping-Nachlass für die Endverbraucher, und die abgegebenen Klamotten werden angeblich auch wieder in den Produktionszyklus eingespeist.

Dazu zwei Gedanken: Es ist leider im Rahmen einer allgegenwärtigen Shop-until-you-drop-Mentalität zu befürchten, dass dieses Altkleidercontainerprinzip zu einem noch hemmungsloseren (weil jetzt auch noch mit gutem Gewissen betriebenen) Einkaufsverhalten führen wird. Schon jetzt stellt, das ist kein Geheimnis, der riesige Berg von Altkleidern einen beträchtlichen Anteil am Gesamtmüllaufkommen dar. Und nur weil Altkleider direkt bei H & M abgegeben werden können, heißt das nicht, dass sie sofort vom Erdboden verschwinden. Ganz im Gegenteil.

Was das Upcycling (oder wenigstens Recycling) betrifft, das hier betrieben werden soll: In Anbetracht der Materialqualität eines Großteils der von Diskontern wie H & M produzierten Waren ist meiner Meinung nach kaum anzunehmen, dass hier ein wirklich großer Anteil wieder dem Produktionszyklus zugeführt werden kann.

Darum lautet meine Nachhaltigkeitseinschätzung an dieser Stelle: Dieser Modemüll-Vorstoß von H & M ist ein allzu offenkundiger Fall von Gewissensberuhigung der Kunden, der, wenn er „funktioniert“, wie vom Unternehmen wahrscheinlich erhofft (Umsatzplus!), eher einen Rück- als einen Fortschritt darstellt.